Für Kinder ab 5 Jahren · Lesezeit: ca. 4 Minuten

Im Wald hinter dem kleinen Gedankengarten raschelte es schon früh am Morgen. Elli Eichhörnchen saß auf einem Ast und zählte ihre Vorräte: drei Haselnüsse, zwei Eicheln und eine besonders runde Kastanie. „Für einen Regentag“, sagte sie zufrieden.
Da sah sie unten im Laub etwas glänzen. Es war kein Nusskern und auch kein Tropfen Tau. Vorsichtig sprang Elli von Ast zu Ast und landete neben einem kleinen, braunen Knopf. Der Knopf sah aus wie eine Kastanie, hatte aber zwei Löcher in seiner Mitte.
„Der gehört bestimmt jemandem“, dachte Elli. Gerade als sie ihn aufheben wollte, kam Igel Miro langsam über den Weg. An seinem roten Halstuch fehlte ein Knopf. „Oh je“, seufzte er. „Ohne ihn rutscht mein Tuch immer herunter.“
Elli hielt den Knopf hoch. „Ist das deiner?“ Miro lächelte. „Ja! Den habe ich von meiner Großmutter bekommen.“ Doch wie sollte der Knopf wieder an das Halstuch kommen? Elli kannte sich mit Nüssen aus, nicht mit Nadel und Faden.
Zusammen gingen sie zu Frau Amsel, die am Waldrand ihr Nest ausbesserte. Sie fand einen dünnen Faden, und Elli hielt das Halstuch mit ihren kleinen Pfoten ganz fest. Miro war ganz still, damit nichts verrutschte. Nach wenigen Augenblicken saß der Knopf wieder an seinem Platz.
„Du hast meinen Tag gerettet“, sagte Miro. Elli schüttelte den Kopf. „Wir haben es zusammen geschafft. Ich habe gefunden, du hast gefragt, und Frau Amsel wusste, wie es geht.“
Auf dem Heimweg legte Elli eine Kastanie auf einen flachen Stein. Daneben schrieb sie mit einem Zweig in den Sand: Wer genau hinsieht, kann helfen. Am Abend war ihre Vorratskammer nicht voller als am Morgen. Aber ihr Herz fühlte sich warm und rund an wie die schönste Kastanie.
Diese Geschichte ist eine kreative, fiktive Erzählung.